Historisches

Der Zeitungsartikel aus dem Jahr 1890 zur Vereinsgründung

In einem Kurzbericht der "Aschaffenburger Zeitung" vom 11.12.1890 ist zu lesen: 
"Infolge der Aufforderung des kgl. Bezirksamts Aschaffenburg berief die Gemeindeverwaltung von hier eine Versammlung behufs Gründung eines Obstbauvereins ein." 47 Bürger erklärten sich zum Beitritt bereit, als Vorstand wurde der ehemalige Bürgermeister Georg Heeg und als Schriftführer und Kassier der Lehrer Jakob Seus gewählt. 
Der Obstbau war damals ein bedeutender Erwerbszweig der einheimischen Bevölkerung. Es gab nur wenige Familien, die keine Obstbäume besaßen. Die Beratung in obstbaulichen Fragen sowie die Selbsthilfe der Mitglieder untereinander standen im Vordergrund bei der Vereinsgründung. Dazu muss man wissen, dass die Bevölkerung zu dieser Zeit vergleichsweise sehr arm war und der Obstbau eine wichtige Nebenerwerbsquelle darstellte. Leider gibt es von den ersten Jahren nach der Gründung keine Aufzeichnungen. 
Während des 1. Weltkriegs kam das Vereinswesen völlig zum Erliegen. 1920 kam es zur Neugründung des Vereins. Es wurden wieder Versammlungen abgehalten und Vorträge über aktuelle Themen angeboten. So wurde 1925 eine Kelter angeschafft und es wurden Schnitt- und Veredelungskurse angeboten. Ziel war es, in einer wirtschaftlich schweren Zeit vom Obstanbau einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Apfelwein. So ist in der Hösbacher Ortschronik zu lesen, dass 1927 in 665 Haushalten ca. 8000 Zentner Äpfel zur Herstellung von Apfelwein gekeltert wurden. 
Während des 2. Weltkriegs kamen die Aktivitäten des Vereins wiederum zum Erliegen, wenngleich der Obstanbau so gut es ging in Hösbach weiter betrieben wurde. Am 8. März 1947 wurde erstmals wieder eine Generalversammlung einberufen und eine neue Vorstandschaft gewählt. Es ging wieder aufwärts. 1954 wurde das 60-jährige Vereinsjubiläum begangen. 
Neben fachlichen Weiterbildungsveranstaltungen bereicherten Familienabende und Ausflüge das Vereinsleben. Zehn Jahre später wurde auch das 70-jährige Bestehen mit einem größeren Fest gefeiert. In der Folgezeit rückte neben dem Obstbau die Gartenarbeit zunehmend in den Blickpunkt. Zur 75-Jahr-Feier wurde erstmals ein Blumenschmuckwettbewerb durchgeführt. In einer sich rasch wandelnden Zeit mit einem stetigen Rückgang der Agrarstruktur gewann die Garten- und Blumenpflege wachsende Bedeutung. 
Das 90-jährige Gründungsjubiläum, das in der Gemeindesporthalle begangen wurde, stand unter dem Motto "Mehr Freude im Leben durch Obstbau und Garten". Der Verein trat dabei erstmals mit einer breit gefächerten sehr informativen Ausstellung an die Öffentlichkeit. Das 95. Gründungsfest stand dann unter dem Leitgedanken "Obstbau, Blumen und Gärten verschönern unsere Heimat". 
1991 wurde eine neue Vereinssatzung beschlossen und die Gemeinnützigkeit beantragt. Das Aufgabenspektrum war jetzt klar umrissen. In § 2 heisst es: "Der Verein ist selbstlos tätig. Der Verein bezweckt, im Rahmen des Obst- und Garenbaus, die Förderung der Landespflege und des Umweltschutzes zur Erhaltung einer schönen Kulturlandschaft und der menschlichen Gesundheit. Der Verein fördert insbesondere die Ortsverschönerung und dient damit der Verschönerung der Heimat, der Heimatpflege und somit der gesamten Landeskultur." Ein sichtbares Zeichen des neuen Bewusstseins war die Aufstellung eines Osterbaumes auf dem Marktplatz im Jahr 1994, die unter Einbeziehung der Hösbacher Kindergärten inzwischen zur Tradition geworden ist. 
Das 100-jährige Bestehen wurde im großen Stil begangen. Anlässlich dieses Jubiläums ließ der Verein nach der Idee und dem Entwurf des Vorstandsmitglieds Günter Rausch einen Bildstock aus Sandstein im "Brühl" aufstellen. 
Ein absoluter Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die feierliche Eröffnung des Lehr- und Schulgartens an der Jahnstraße am 2. Oktober 2004. Der Markt Hösbach stellte dem Verein ganz in der Nähe des Schulzentrums ein Gelände zur Verfügung, auf dem verschiedene Obstbäume gepflanzt und Gemüse- und Blumenbeete angelegt sowie ein Pavillon und eine Gerätehalle errichtet wurden. Der vorbildlich gestaltete Garten ist zum Mittelpunkt der vielfältigen Aktivitäten des Obst- und Gartenbauvereins geworden. Das alljährliche Kelterfest im Herbst und der "Winterzauber" in der Vorweihnachtszeit sind dabei zu echten Höhepunkten in unserem Vereinsleben geworden.

Text: Robert Hain

 

Ein paar historische Bilder
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